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Siegfried „Sigi” Sommer wurde 1914 als Sohn eines Münchner Möbelpolierers geboren und absolvierte eine Lehre als Elektrotechniker. Ab 1949 erschien in der Abendzeitung seine Lokalkolumne „Blasius, der Spaziergänger”. Sommers erster Roman „Und keiner weint mir nach” wurde von Bertolt Brecht als „bester Roman, der nach dem Krieg in Deutschland geschrieben wurde” bezeichnet. Die Blasius-Kolumne war ungeheuer erfolgreich und erschien ununterbrochen fast vierzig Jahre lang. 1975 wurde Sigi Sommer von der Narrhalla mit dem Karl-Valentin-Orden ausgezeichnet. Er war verheiratet und hatte aus dieser Ehe eine Tochter; danach war er bis zu seinem Tod mit Louise Pallauf liiert. 1996 verstarb er und wurde posthum in München mit einer Statue am Roseneck und dem Sigi-Sommer-Platz geehrt. Seit 2001 wird nun auch zu seinem Andenken der „Sigi-Sommer-Taler” der Narrhalla verliehen. |
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WENN ICH SPAZIEREN GEHE... | ||||||
| „Schau, Fannerl, des is der Blasius, gib erm schee d‘Hand”, sagen manche Erwachsene zu ihren Kindern, wenn sie mich auf der Straße sehen. Und die Mädchen knicksen dann mit schiefen Bauchwehblicken wie vor dem bösen Nikolaus. Und andre wieder meinen enttäuscht: „Was - dees is a, der schaut ja aus wia a Vortänzer von a Ramathismus-Abteilung.” Wieder andere kommen aufgeregt angezokkelt und flüstern im Beicht- | stuhltenor: „Sie, seit fünfavierzge liegt a haufa Dreck vor unserem Haus, da muaß i jeden Tag vierzehn Schritt Umweg macha. Dees müassens amal schreibm, dees wolln d‘Leit lesn.” Oder es drohen welche im Vorbeigehen mit mangelhaft gereinigtem Zeigefinger: „Sie schreibms mi fei net nei, sonst laß i a amal an Artikel los gega Eahna, ha ha ha.” Und es wäre doch ihr geheimster Lebenswunsch, einmal „drin” zu stehen. Manchmal mur- |
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